Wie funktioniert die (Baseline-/Nulllinien-) Kalibrierung



  • Wie beschrieben, kommt es leider beim Transport manchmal zu einem teilweisen Verlust der Kalibrierung (der Baseline / Basislinie).
    Siehe hier: https://forum.air-q.com/topic/5/zu-hohe-werte-von-so2-no2-o3-oder-co und hier:
    https://forum.air-q.com/topic/4/negative-werte-von-so2-no2-o3-oder-co

    Die Kalibrierung findet bei uns mit einem vorkalibriertem Gerät in einem speziellen Raum statt, in dem keine unkontrollierten Schwankungen der Umweltbedingungen stattfinden. Diese Situation ist zu Hause kaum zu erzeugen. Deshalb bedienen wir uns einiger, recht komplexer Rechenoperationen, um die neue Nulllinie zu finden. Da die elektrochemischen Sensoren (im air-Q) messprinzip-bedingt Querempfindlichkeiten aufweisen können, müssen bei der Kalibrierung mehrere Messgrößen einbezogen werden. Diese Querempfindlichkeiten besitzen alle am Markt erhältlichen elektrochemischen Sensoren. Der Vorteil des air-Q: er misst sehr viele verschiedene Werte mit ganz unterschiedlichen Einzelsensoren. Das ermöglich es uns die vorhandenen Querempfindlichkeiten auszunutzen, um bessere Messergebnisse und damit bessere Kalibrierungen zu erzielen.

    In der Beispielgrafik ist ein Zusammenhang zwischen dem VOC Messwert (hier Alkohol/Desinfektionsmittel) und Schwefeldioxid dargestellt. Steigt der Alkoholgehalt in der Luft, so zeigt der Schwefeldioxid-Sensor einen Ausschlag in negativer Richtung. Die in dem Zeitraum gemessenen Werte, dürfen - sofern die Kalibrierung korrekt sein soll - nicht mit einbezogen werden.

    Mit-Nulllinie.png

    Die nach der Kalibrierung für den SO2-Sensor gesetzte Nulllinie befindet sich im Beispiel bei einem SO2-Wert von ca. 840 µg/m³. Nach der Rekalibrierung sind die in der App angezeigten Werte also um 840 reduziert gegenüber zuvor. Die negativen Werte für SO2 werden ausdrücklich zugelassen, denn es sind reale Messwerte! Nur eben für Alkohol und nicht SO2. In Zukunft werden wir Verfahren einführen, bei denen diese Querempfindlichkeiten direkt berücksichtigt werden, so dass bei einem Alkohol-Ereignis die SO2-Werte nicht mehr (so stark) ins Negative fallen. Da man in der Kurve aber auch sieht, dass das leicht zeitversetzt gegenüber VOC passiert (der SO2-Sensor ist träger), ist das nicht trivial.


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